22. März 2025

Medizinischer Notfall? … Dann rufen wir MAF!

Titus Yabua, ein engagierter Gesundheitshelfer mit dem Wunsch, die Sichtweise seiner Gemeinschaft auf Krankheit und Tod zu verändern, berichtet über die Herausforderungen seiner Arbeit in einem abgelegenen Gesundheitsposten und die wichtige Unterstützung durch MAF.

Seit zweieinhalb Jahren arbeitet Titus Yabua als ausgebildeter Community Health Worker in Dodomona und dient seinen Dorfleuten mit Hingabe.
Aufgewachsen in Dodomona, im nordöstlichen Zipfel des Middle Fly District in der Western Province von Papua-Neuguinea, musste Titus miterleben, wie viele Menschen aus seinem Dorf an behandelbaren Krankheiten und Verletzungen starben. Das weckte in ihm den tiefen Wunsch, Arzt zu werden. Aufgrund begrenzter Ressourcen konnte er jedoch nur eine Ausbildung zum Gesundheitshelfer absolvieren.

Titus ist überzeugt, dass Gott ihn aus gutem Grund in diese Gemeinschaft gestellt hat:
„Manchmal habe ich mich gefragt: Warum? Warum sind wir an einem Ort ohne Straßenanschluss und mit so wenig Möglichkeiten? Aber wenn man Gott versteht, erkennt man: Gott macht keine Fehler. Er weiß, warum er uns an so einen abgelegenen Ort gestellt hat.“

Durch seine Arbeit hat sich das Denken der Menschen über Krankheit und Tod grundlegend verändert. Für Titus reicht es nicht, Patienten zu behandeln oder sie an ein Krankenhaus zu überweisen – er ging buchstäblich einen Schritt weiter:
„Wir sind von Dorf zu Dorf gegangen, um Schulungen oder Workshops anzubieten“, erzählt er. „So haben wir unsere Leute aufgeklärt, dass Krankheiten nicht durch Zauberei, Sanguma, Hexerei oder Ähnliches verursacht werden.“

„Sanguma“ ist in Papua-Neuguinea ein Begriff für Zauberei oder Hexerei. Unerklärliche Krankheiten, Todesfälle oder Unglücke werden oft darauf zurückgeführt – mit dramatischen Folgen wie Ausgrenzung, Gewalt oder sogar Tod für die vermeintlich Schuldigen.
Heute, so Titus, „wissen die Leute sehr genau, dass jemand, der länger als zwei Monate hustet, möglicherweise Tuberkulose hat – weil ich es ihnen beigebracht habe.“

Er berichtet auch von der großen Herausforderung, kritisch kranke Patienten zu versorgen – der nächste Gesundheitsposten ist nur zu Fuß in mehreren Stunden oder Tagen erreichbar.
„Als Gesundheitshelfer auf dem Land kann ich sagen: MAF ist unser einziger Rettungswagen… unsere einzige Hoffnung“, betont er. „Wir arbeiten bis an unsere Grenzen, und wenn wir sehen, dass wir es nicht mehr schaffen, suchen wir Hilfe. Und dann kommt MAF ins Spiel und hilft uns.“

Dankbar spricht er über die große Bedeutung der MAF-Flüge für seine Arbeit in Dodomona. Er weiß um die Grenzen der lokalen Gesundheitsstation und seiner Möglichkeiten – und traf die richtige Entscheidung, als er für eine werdende Mutter einen medizinischen Notflug organisierte.

„Wir hatten eine Mutter, die schwanger war und bei der sich Anzeichen zeigten, bei denen ich entschied, sie zu überweisen – von Dodomona nach Mougulu. Alles sah gut aus und wir waren guter Dinge, dass sie in Mougulu eine gute Geburt haben kann. Allerdings kam das Baby in Steißlage zur Welt bzw. hing fest und unser Team kam an seine Grenzen . Also organisierten wir mit MAF die Evakuierung. MAF half uns, sie nach Tabubil zu bringen. Wir sind sehr dankbar für den Dienst von MAF PNG.“ Auch wenn wir das Leben des Babys nicht retten konnten, so sind wir dankbar, dass die Mutter am Leben ist und so für ihre anderen beiden Kinder sorgen kann.

Mit dem neuen Jahr begann für Titus allerdings ein neuer Lebensabschnitt: Er wurde an der Rumginae School of Nursing aufgenommen. Dort will er seine medizinischen Kenntnisse vertiefen, um später noch bessere Hilfe für seine Gemeinschaft leisten zu können.


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