29. März 2025

Mutter gerettet: Notfall-Evakuierung nach einer dramatischen Nacht

Als eine schwangere Frau mit einem Kind in Steißlage in die Wehen kam, forderte Sini Nema, die leitende Pflegekraft am Gesundheitszentrum in Mougulu, eine medizinische Evakuierung durch MAF an.

Dieser Notfall passierte in der Nacht nach der Abschlussfeier der Zwölftklässler, zu der Mandy nach Mougulu eingeladen war. So hat Mandy diesen Medevac hautnah miterlebt und dokumentiert. Das Interviewmaterial wurde von einer langjährigen Freundin, Linsey Painter, zu einem, im Original englischen, Bericht zusammengefasst. Hier die deutsche Version…

„Es war das erste Mal, dass ich eine Geburt in Steißlage betreut habe. Niemand konnte mir zeigen, was zu tun war – also musste ich mir ein Video auf YouTube suchen“, erzählt Schwester Sini, wie sie von den Dorfleuten genannt wird.

„Es ist wirklich schmerzhaft, wenn wir unser Bestes geben, aber es liegt außerhalb unserer Möglichkeiten.“

Babra Philip aus dem Dorf Omabi, etwa zwei Stunden zu Fuß von Dodomona entfernt, hatte ihre ersten drei Kinder auf traditionelle Weise im Dorf zur Welt gebracht. Diese sogenannten „Buschgeburten“ finden weit entfernt von den Wohnhäusern statt – oft an einem Fluss, Bach oder in einer notdürftigen Hütte im Wald. Ohne medizinische Betreuung helfen Frauen aus dem Dorf der werdenden Mutter, schneiden Gras, legen Blätter aus und bereiten den Platz für die Geburt vor.

Nachdem Babra ihr erstes Kind verloren hatte, traten gegen Ende der vierten Schwangerschaft Komplikationen auf. Der Dorfgesundheitsmitarbeiter in Dodomona überwies sie nach Mougulu, von wo MAF sie per Flug transportierte.

„Ich war die Erste, die Babra untersuchte. Ihr Baby war bereits in der 36. oder 37. Schwangerschaftswoche – aber sie wusste die genauen Daten nicht. Es ist oft schwierig festzustellen, wann ein Baby genau fällig ist. Ich konnte aber schon sehen, dass es in Steißlage lag.“

Ein Baby in Steißlage kann eine komplizierte Geburt bedeuten – besonders in einem abgelegenen Gesundheitszentrum ohne Arzt.

Schwester Sini war froh, dass gerade ein Team von medizinischen Fachkräften das Zentrum besuchte. Die Hebamme im Team konnte Babras Schwangerschaftsrisiko bestätigen, und man beschloss, eine Woche zu warten und dann zu versuchen, das Baby zu drehen. Doch bevor es so weit kam, setzten die Wehen über Nacht ein – und das Team war zu diesem Zeitpunkt auch bereits abgereist.

Schwester Sini erinnert sich an die herausfordernden Stunden, in denen sie nach Mitternacht versuchte, einen Arzt zu erreichen – jedoch ohne Erfolg.

Erst gegen 4 Uhr morgens konnte sie mit einem Arzt sprechen, der ihr Anweisungen gab. Die Geburt war sehr kompliziert, und das Baby verstarb leider. Babra lebte noch, aber ihr Zustand verschlechterte sich schnell.

Bei Tagesanbruch wurde MAF für eine medizinische Evakuierung gerufen. Bis zum Mittag war Babra im Krankenhaus in Tabubil in ärztlicher Betreuung – während Schwester Sini erschöpft und aufgewühlt zurückblieb.

„Ich bin ein sensibler Mensch. Solche Herausforderungen belasten mich sehr. Ich habe geweint und bin in mein Haus gegangen“, sagt Schwester Sini.

„Aber meine Kolleginnen meinten: ‚Es ist nicht unsere Schuld. Wir haben alles getan, was wir konnten – aber wir leben nun einmal hier.‘ Wenn ich sehe, wie Patienten sterben, will ich manchmal einfach aufhören und nochmal zur Schule gehen, um etwas anderes zu machen.“

Trotz aller Herausforderungen und des Leids gibt es auch Momente der Hoffnung und Dankbarkeit – wenn ein Kind sich auf wundersame Weise erholt oder rechtzeitig Hilfe kommt, um das Leben einer Mutter zu retten.

„Es gibt auch Erfolgserlebnisse“, erzählt Schwester Sini.

So erinnert sie sich an ein fünfjähriges Mädchen, das mit Tuberkulose und Meningitis ins Gesundheitszentrum kam.

„Sie war wie ein Skelett, konnte sich nicht bewegen, nicht einmal essen. Heute kann sie wieder gehen. In solchen Momenten laufen mir Tränen der Freude über die Wangen. Danke, Herr.“

„Zum Glück geht es Babra gut“, sagt Schwester Sini. Das MAF-Flugzeug, gesteuert von Pilotin Bridget Ingham, landete in Mougulu und brachte Babra sicher ins Krankenhaus nach Tabubil.

„Wir konnten das Baby nicht retten, aber Babra ist in Sicherheit – und das ist eine sehr gute Nachricht. MAF ist bei jedem Notfall einsatzbereit. Ich mag die MAF-Piloten sehr – sie sind wunderbar. Sie beten für die Patienten. Man merkt einfach, wie sehr ihnen die Menschen am Herzen liegen.“


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